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title: "Nebenjob: Barbarenmoped"
description: "Tauch ein in die Wortspielwelten von Lutz Lohnstein! Entdecke skurrile Abenteuer, fantastische Kreaturen und humorvolle, satirische Geschichten aus 'Fantasy am Limit'. Einzigartige Fantasy-Geschichten, die dich zum Lachen und Staunen bringen."
url: "https://wortspielwelten.de/beitrag/nebenjob-barbarenmoped"
date: "2026-07-12T22:11:36+00:00"
language: "de-DE"
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![Schlinggor und Sedrianox sitzen am Tisch.](https://wortspielwelten.de/images/2026/06/04/FantasyAmLimitBlog02_Bild.jpg) #  Nebenjob: Barbarenmoped

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**Es goss in Strömen. Schlinggors kleine Bude lag eingekeilt zwischen riesigen Steinen. Sie konnte zwar ein Erdbeben auslachen, aber gegen Regentropfen war sie ebenso hilflos wie ein Salatblatt gegen eine Schildkröte. Dessen wurde Schlinggor sich gerade wieder bewusst, als es an der Tür hämmerte. Sofort wusste er, wer dort draußen stand.**

Sedrianox stolperte herein. Er war völlig erschöpft, klatschnass, verdreckt, stinkend und von wahrhaft miserabler Laune. Schwer atmend ließ sich der Alchemist auf den einzigen Sessel im Raum fallen. Er brauchte jetzt dringend einen Rachenputzer. Und zwar nicht irgendeinen, sondern einen von Schlinggors bestem Selbstgebrannten. Das Rezept dafür hatte der Dämon dem mächtigen Flammenknecht Balathorn vor einigen Jahren geklaut. Erst als das höllisch brennende Getränk seine Kehle hinabgeronnen war, fand Sedrianox die Kraft, sich dem spöttischen Blick seines dämonischen Freundes zu stellen.

„Puh, Alchemist, was ist das für ein bestialischer Gestank?“ Schlinggor rümpfte angewidert die Nase und wich ein Stück zurück. „Du riechst, als wärst du in einen Kessel mit fauligen Abfällen gefallen! Meine Nasenhaare verknoten sich ja schon. Die muss ich mir morgen alle ausreißen!“

Sedrianox seufzte schwer und stellte das leere Schnapsglas klackend auf den Tisch. „Beschwer dich nicht bei mir“, knurrte er. „Beschwer dich bei Lohnstein, unserem werten Schöpfer! Ich stand tagelang knöcheltief in klebrigem Fluchsud.“ Er wischte sich einen kleinen, übelriechenden Tropfen von der Stirn. „Das Zeug besteht aus den übelsten Zutaten und Rosmarinsülze für den ‚guten Geruch‘!“

„Rosmarinsülze?“, wiederholte Schlinggor und verzog das Gesicht, was bei allen Dämonen eine beachtliche Leistung darstellt. „Das erinnert mich verdächtig an das Buffet beim Kantinen-Dämon. Aber warum schreibt Lohnstein dir neben unserem Podcast solch einen stinkenden Nebenjob ins Skript?“

Der Alchemist stöhnte auf und versank noch tiefer in den Polstern. „Weil dieser völlig unfähige Chefverflucher Hadrian Schlamasseltov mal wieder alles vermasselt hat“, erklärte er. „Er sollte ein furchteinflößendes Barbarenmoped bauen.“ Sedrianox fuchtelte wild mit den Händen in der Luft herum. „Aber Hadrian hat die Flüche völlig überdimensioniert. Es war ein heilloses Durcheinander aus sieben Kreuz-, Senk- und Spreizflüchen, garniert mit Angst- und Reiterflüchen!“

Schlinggor stieß ein Lachen aus, das das herablaufende Wasser an den Wänden kurz anhalten ließ. „Typisch Schlamasseltov! Die Figuren auf seinem verfluchten Schachbrett von damals haben sich ja auch schon selbst verprügelt, anstatt den Gegner schachmatt zu setzen.“ Der Dämon lehnte sich grinsend vor. „Was ist dieses Mal passiert?“

„Es war eine absolute Katastrophe!“, rief Sedrianox und schlug mit der flachen Hand auf den Holztisch. „Manche der armen Test-Barbaren bekamen Kringel in den Augen, andere fingen an zu sabbern oder wollten plötzlich Nussschalen essen.“ Er schüttelte fassungslos den Kopf. „Und dann die Bewaffnung der Mopeds ... durch die extremen Flüche wurde das harte Eisen der Waffen weich und hing wie löchrige Lappen schlaff an den Maschinen herunter.“ Er raufte sich die nassen Haare.

Schlinggor wischte sich kichernd eine Lachträne aus dem Augenwinkel. „Sabbernde Barbaren mit Softeis-Waffen und Nussschalen-Diät? Großartig! Und da sollte dein Rosmarinsülze-Sud die Rettung sein?“

Sedrianox nickte düster. „Richtig.“ „Der Fluchsud sollte Waffen und Fahrer vor den überzogenen Flüchen abschirmen, was auch geklappt hat – die Waffen blieben stabil und die Fahrer hörten auf zu sabbern.“ Er machte eine dramatische Pause. Draußen prasselte der Regen unermüdlich gegen die Steine, als wolle er die angespannte Stille in der Hütte zerschlagen. „Das Problem war nur: Die verdrängten Flüche sammelten sich daraufhin alle in den Tanks der Mopeds!“

Schlinggors Lachen erstarb abrupt und seine glühenden Augen weiteten sich. „Oh … Tanks voller konzentrierter Höllenflüche? Das klingt nach einer explosiven Mischung.“

„Allerdings!“, bestätigte Sedrianox. „Ein separat verfluchtes Kupferrohr leitete die Flüche direkt in den Motor, weshalb die Höllenmaschinen plötzlich gar keinen Sprit mehr brauchten.“ Der Alchemist rieb sich erschöpft die Schläfen. „Aber die Flüche waren einfach zu heftig, sodass die verdammten Mopeds nach wenigen Kilometern komplett zu einem rauchenden Haufen Schrott abbrannten!“

Wütend sprang Sedrianox auf und funkelte seinen dämonischen Freund an. „Und für so einen explosiven Unsinn werde ich abkommandiert! Schlinggor, ich sage dir: Wir müssen eine Gewerkschaft für Romanfiguren gründen, um gegen Lohnsteins gemeingefährliche Skripte zu protestieren!“

Schlinggors amüsiertes Lächeln verschwand im gleichen Moment. Er lehnte sich vor und hob warnend seinen knochigsten Finger. „Eine Gewerkschaft? Sei vorsichtig mit solchen Worten, Alchemist. Das ist offene Romanmeuterei!“, zischte der Dämon und sah sich fast schon paranoid in seiner kleinen Bude um. „Vergiss nicht, wer hier mit der Tinte auf sein billiges Papier kritzelt. Es wäre für Lohnstein ein Leichtes, uns alle mit einem einzigen Strich in den Literaturausguss zu spülen – zur gnadenlosen Verwertung in der Regenbogenpresse! Ehe du dich versiehst, bestehst du aus verlogenen Buchstaben und musst als mürrischer Astrologe drittklassige Horoskope erstellen.“

Sedrianox schluckte hart. Der Gedanke an ein Dasein als Schmierenreporter, gefangen zwischen wirkungslosen Diät-Tipps und Klatschkolumnen, ließ ihn erschaudern. Sein Blick verfinsterte sich.

„Aber was hat dieser Kerl eigentlich gegen mich?“, maulte Sedrianox genervt weiter, während er den zweiten – nein, den dritten – Schnaps hinunterstürzte. Seine Wut wich langsam der nackten Verzweiflung. „Ich bin doch immer jedem Strich seiner Feder gefolgt! Ich habe treu jeden noch so absurden Satz aufgesagt, den er mir in den Mund gelegt hat, und das Skript nie infrage gestellt. Und was ist der Dank für meine literarische Unterwürfigkeit? Ein tagelanges Bad in stinkender Rosmarinsülze und gemeingefährliche Barbarenmopeds, die keine zehn Meter von mir entfernt zu Schrott verbrennen!“ Er vergrub das Gesicht erschöpft in seinen Händen. „Ich bin ein Alchemist! Ich brauche ein ruhiges Labor und keine explosiven Einsätze in seiner durchgeknallten Fantasie.“

Schlinggor lehnte sich entspannt nach hinten und sein diabolischstes Grinsen kehrte auf sein Gesicht zurück. „Aber falls du die Meuterei wirklich durchziehst: Bevor ich irgendwo unterschreibe, wirst du dich erst einmal unter einem Wasserfall abduschen müssen!“

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*Warnung: Kann Reifenspuren enthalten, an deren Ende ein Moped explodiert..*

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